Rückblick

2012

Reden zur Situation 

10 österreichische Schriftstellerinnen und Schriftsteller im öffentlichen Raum

Zehn österreichische SchriftstellerInnen erhielten 2011 den Auftrag, kritische Reden zur Situation auszuarbeiten und rund um den Nationalfeiertag 2012 an speziellen Orten in Österreich vorzutragen. Die Reden wurden medial begleitet, filmisch aufgezeichnet und via Internet und DVD verbreitet.

Die Themen spannten sich dabei von Justiz, Politik und Migration über lokale Missstände und Sport bis hin zu Fragen der Poetik. Dieses breite Spektrum spiegelte sich in den gewählten Schauplätzen, an denen die Reden in acht Bundesländern gehalten wurden: u.a. am Wiener Stephansdom und im Café des Mattersburgers Fußballstadions.

Die Mitwirkenden und ihre Reden:

Sabine Gruber, Bodo Hell, Barbara Hundegger, Ludwig Laher, Richard Obermayr, Stefan Schmitzer, Margit Schreiner, Vladimir Vertlieb, Josef Winkler und Peter Waterhouse.


2010

mitSprache unterwegs

Literarische Reportagen nach Joseph Roth

Die österreichischen AutorInnen Christoph W. Bauer, Clemens Berger, Anna Kim, Radek Knapp, Lydia Mischkulnig, Martin Pollack, Doron Rabinovici, Peter Rosei und Sabine Scholl wurden 2010 im Rahmen des Projekts „mitSprache unterwegs“ beauftragt, sich reisend und schreibend mit der literarischen Gattung der Reportage auseinanderzusetzen.

Als ideeller Bezugspunkt dieses Projekts diente der österreichische Schriftsteller und Journalist Joseph Roth (1894 – 1939) mit seinen wechselnden Schreiborten (u.a. Galizien, Berlin, Wien und Paris) und Themen (z.B. Migration, Leben in Vorstädten, Minderheiten, technischer Fortschritt und Industrialisierung).

Die Blog-Beiträge und Reportagen der AutorInnen wurden im Anschluss an ihre Reisen gesammelt und erschienen mit einem Vorwort von Ilija Trojanow unter dem Titel „mitSprache unterwegs. Literarische Reportagen“ in der Wiener Edition Atelier. Die Buchpräsentation fand im RadioKulturHaus in Wien statt und war der Auftakt zu einer landesweiten Österreich-Lesetour.


2007

Literatur und Medien

Literatur und Identität

In den Jahren 2007 und 2006 fanden an einem ausgerufenen Aktionstag in allen Literaturhäusern und –institutionen, die zu diesem Zeitpunkt an der mitSprache beteiligt waren, gemeinsam initiierte Veranstaltungen zu den übergeordneten Themen Literatur und Medien und Literatur und Identität statt.

„Sprache und Macht“, „Literaturkritik im Zeitalter des Internets“ und „Geschichte oder Story“ standen u. a. im Fokus öffentlicher Gespräche und Diskussionen, die geladene AutorInnen und LiteraturvermittlerInnen auf Einladung der Häuser miteinander führten.

 

2006


2005

Literarische Gedankenblitze im aufgezogenen Jubelgewölk

Jubiläums-Essaypreise für Bettina Balàka und Franz Schuh

Ergänzend zur offiziell organisierten Republikschau stifteten die österreichischen Häuser der Literatur im Jahr 2005 eine Auszeichnung. Prämiert wurden veröffentlichte literarische Arbeiten, die sich mit der Feier oder „Selbstfeier“ der Republik Österreich auseinandersetzten.

Die Auswahl erfolgte durch eine Jury mit VertreterInnen der beteiligten Veranstalter. Die Dotation des Preises war mit insgesamt 5002, 00 Euro an das Thema - das Jahr 2005 - angelehnt.

Die Auszeichnung betonte die Relevanz des literarischen Wortes in der Gesellschaft und seine einzigartige Fähigkeit, differenziert Stellung zu nehmen.

Preisträger waren die österreichische Autorin Bettina Balàka und der Schriftsteller und Essayist Franz Schuh.

Die Preisverleihung fand in Anwesenheit zahlreicher VertreterInnen aus Kunst und Politik im Dezember 2005 im Literaturhaus in Mattersburg statt.


2004

Literatur und Demokratie

Im Frühjahr 2004 beschlossen die österreichischen Häuser der Literatur, gemeinsam eine österreichweite Veranstaltungsreihe zu organisieren. Einer Idee des Innsbrucker Literaturhaus am Inn folgend, wurde als Thema der Zusammenhang zwischen Literatur und Demokratie gewählt. Mit dem in seiner Mehrdeutigkeit vieles ansprechenden Titel „mitSprache“ sollte vor allem die Rolle der Literatur in der Gesellschaft betont werden.

Zahlreiche AutorInnen – Dimitré Dinev, Josef Haslinger, Radek Knapp, Robert Menasse, Anna Mitgutsch, Terézia Mora, Kathrin Röggla, Marlene Streeruwitz u.v.a. – meldeten sich in bundesweiten Lesungen und kulturpolitischen Diskussionen öffentlich zu Wort.

Die Organisatoren verstanden die Veranstaltungsreihe als Reaktion auf zunehmende Einschränkungen des freien literarischen Wortes: Auf immer komplexer werdende Zusammenhänge wirtschaftlicher und politischer Machtstrukturen. Auf die zunehmende Orientierung an der Verkäuflichkeit und am Produktcharakter von Literatur. Auf den allgegenwärtigen medialen Zwang zur verkürzenden, plakativen Aussage.

 „mitSprache“ wurde als eine Form des Widerstands gegen diese Entwicklungen konzipiert. Als Versuch, dem freien literarischen Wort durch die Zusammenarbeit von elf unterschiedlichen Organisationen eine polyphone und nicht zuletzt lautere Stimme zu geben.

In „mitSprache“ schwingen mehrere Bedeutungsebenen mit: das demokratische Grundrecht eines jeden Staatsbürgers auf Mitsprache; die Möglichkeiten der Sprache als Grundinstrument demokratischen Verständnisses und Verstehens, deren Kultivierung als Basis für ein ständig sich erneuerndes Denken,  „das Freie Literarische Wort als Aufklärungs- und Erkenntnismittel“ (Kurt Neumann im Vorwort des Gemeinschaftsfolders 2004).

Heute definiert sich mitSprache als freier Zusammenschluss österreichischer Häuser der Literatur, die vor politischem Hintergrund gemeinsam Projekte entwickeln und bundesweit umsetzen.