„Kultur braucht Präsenz“

Auf die coronabedingten Veranstaltungsabsagen folgten im Frühjahr 2020 in allen Häusern der Literatur zahlreiche Ersatzprogramme, die gebündelt – über Presseaussendungen und auf www.mit-sprache.net – kommuniziert wurden. Der gemeinsame Medienauftritt betonte die Botschaft: Literatur hat gerade in Krisenzeiten einen zentralen Platz in der Gesellschaft.

Von März bis Juni 2020 gab es unzählige Video- und Audio-Lesungen von Autor*innen und Kulturvermittler*innen. Online-Werkstattgespräche und Online-Ausstellungen. Blog-Beiträge über Bücher. Digital veröffentlichte Corona-Tagebücher, Essays und Journale. Literarische Spaziergänge im Freien.

Unter Einhaltung aller erforderlichen Maßnahmen starteten die 10 Häuser der Literatur im September in eine neue Saison. Ab diesem Zeitpunkt gab es wieder ein Live-Programmm für das Publikum.

Anfang November folgte der erneute Lockdown und die Häuser kehrten zu ihren „Lesungen auf Distanz“ zurück.

Henrike Blum
#WasKannLiteratur

Eine öffentliche Spurensuche

Insgesamt zwei Jahre haben die Österreichischen Häuser der Literatur im Rahmen ihrer Zusammenarbeit und unter Einbeziehung eines breiten Publikums die Frage #WasKannLiteratur aus verschiedenster Perspektive beleuchtet.

Neben zahlreichen namhaften AutorInnen setzten sich renommierte KritikerInnen, KünstlerInnen und WissenschaftlerInnen sehr individuell mit den knapp 1.000 Publikumseinsendungen zur Frage #WasKannLiteratur auseinander. Auf deren Grundlage entstanden Essays und Wortmeldungen sowie kurze Statements, die im Februar 2020 in einer Sondernummer der Literaturzeitschrift kolik veröffentlicht wurden.

„Dieses kolik-Sonderheft steht zwar am Schluss unseres mehrjährigen Projekts, hat jedoch auch eröffnenden Charakter. Die Texte geben Einblicke in persönliche Lesebiografien, setzen sich mit den Gegebenheiten des Literaturmarkts auseinander, berücksichtigen Ansätze der Leseforschung, fragen nach Bedingungen, unter denen wir – unter Umständen – gute LeserInnen werden können. Damit liefern sie zahllose Denkanstöße.“ (Editorial)

Die Präsentation der kolik-Sondernummer feierten die Österreichischen Häuser der Literatur im Rahmen eines großen mitSprache-Festes in Salzburg.

Marko Dinić (Autor), Michaela Gründler (Straßenzeitung), Nicolas Mahler (Comiczeichner) und Ursula Poznanski (Jugendbuchautorin) diskutierten auf offener Bühne über #WasKannLiteratur.

Begleitet wurden sie vom palästinensisch-syrischen Jazz-Musiker Aeham Ahmad sowie von Spoken Word-Performances mit Elias Hirschl, Mieze Medusa und Precious Nnebedum.

Die Dance-Party mit DJ Dalia Ahmed (Dalia’s Late Night Lemonade, FM4) beschloss das literarisch-musikalische Fest.

Fotos: Evelyn Innerbichler und Robert Herbe

 

Im Herbst 2018 stellten die Österreichischen Häuser der Literatur ihrem Lesepublikum die Frage »Was kann Literatur?«.

Auf Postkarten, die an vielen öffentlichen Plätzen auflagen, im Blog mit-sprache.net, über Werbeeinschaltungen in Printmedien, aber auch im Rahmen unzähliger Literaturveranstaltungen wurden interessierte LeserInnen eingeladen, sich an der Aktion zu beteiligen. Zahlreiche Menschen folgten dem Aufruf und gaben ihre ganz persönlichen Antworten.

Jugendliche und Erwachsene waren darunter, Einzelpersonen und Schulklassen, Privatpersonen und Menschen aus dem Literatur- und Kulturbereich.

Zehn ausgesuchte Antworten, die dieses bunte Spektrum spiegeln, wurden auf Postkarten gedruckt, die zur freien Entnahme in den Österreichischen Häusern der Literatur auflagen.

ALLE zur Veröffentlichung freigegeben Einsendungen finden Sie gesammelt in diesem Dokument.

Bereits am 23. Oktober 2018 präsentierten die beteiligten Häuser im Rahmen eines gemeinsamen Aktionstags eine erste Auswertung dieser Publikumsbefragung. Zahlreiche AutorInnen waren eingebunden, darunter Radka Denemarková, Gustav Ernst, Martin Fritz, Agnes Maier, Ramona Pohn, Ilma Rakusa, Marlene Streeruwitz, Philipp Weiss, Josef Winkler und viele andere.

Lesen Sie hier den Nachbericht zum Aktionstag.

Henrike Blum