„Literatur ist der Rede wert!“: Protest gegen die geplante Abschaffung der Sendung „Passagen“!

Die Sendung „Passagen“ ist eng mit dem Format „Literarische Soiree“ verknüpft. Die „Literarische Soiree“ ist seit einigen Jahren regelmäßig u. a. in Literaturhäusern wie Salzburg, Innsbruck und Graz zu Gast und lädt Kritikerinnen und Literaturvermittlerinnen, auch aus literarischen Szenen abseits der Hauptstadt, zur öffentlichen Auseinandersetzung mit Literatur ein.

Literatur ins Gespräch zu bringen, sie zu vermitteln, über sie nachzudenken, zu diskutieren und zu „streiten“ – das sind wesentliche Bestandteile einer produktiven Auseinandersetzung mit Literatur. Literatur, verstanden als Medium der Erkenntnis, lebt vom Kontakt mit Leserinnen, Vermittlerinnen, Kritiker*innen. Das sehen wir in dem erfolgreichen und beim Publikum beliebten Format „Literarische Soiree“ bestmöglich ausgedrückt. Daher fordern wir nicht nur den Erhalt dieses Formats, sondern auch eine finanziell höhere Dotierung, um diese Art der Literaturvermittlung zu stärken und öfter anbieten zu können.

Die Österreichischen Häuser der Literatur
www.mit-sprache.net


Henrike Blum
Gemeinsamer Start in die neue Veranstaltungssaison
 

Die Österreichischen Häuser der Literatur starteten nach zahlreichen Digitalauftritten im September 2021 wieder bundesweit in eine reguläre Saison: Unter Einhaltung aller Schutzbestimmungen fanden Literaturveranstaltungen mit Publikum statt, sodass die persönliche Begegnung mit Autorinnen und Autoren wieder möglich wurde.

Das literarische Leben wird geprägt durch den intensiven Kontakt zwischen Schreibenden und Lesenden. Der unmittelbare Austausch bei Veranstaltungen ist ein wesentliches Element der Rezeption und integraler Bestandteil von Buchpräsentationen, Lesungen und Podiumsdiskussionen.

Der Livestream als zusätzliche Einladung an das Publikum blieb in einigen Häusern aufrecht, sodass Veranstaltungen abseits von Stadt- und Landesgrenzen angeboten und besucht werden konnten.


Henrike Blum
Sprechstunde mit Publikum

Die österreichischen Häuser der Literatur im Gespräch mit ihrem Publikum

Die österreichischen Häuser der Literatur sind für das Publikum seit Monaten geschlossen. Um neue Gesprächsräume zu öffnen, luden die am Projekt „mitSprache“ beteiligten Häuser im Februar 2021 zu einer digitalen Sprechstunde mit Publikum.

Literatur verfassen ist zumeist eine einsame Tätigkeit. Das literarische Leben wird aber auch geprägt durch den intensiven Kontakt zwischen Schreibenden und Lesenden. Der unmittelbare Austausch bei Veranstaltungen ist ein wesentliches Element der Rezeption und integraler Bestandteil von Lesungen, Buchmessen, Präsentationen und Begegnungen. Pandemie-bedingt kann all dies seit Monaten nur im Internet stattfinden, wo aus den Gesprächsorten reine Bühnen werden und das Publikum sein „Mitspracherecht“ verliert.

In ihren Sprechstunden fragten die Literaturvermittler*innen nach:

  • Wie geht es dem Literatur-Publikum im Lockdown?

  • Wieviel wird gelesen, wo (in welchen Räumen) über Literatur gesprochen?

  • Was bewirkt der unterbrochene direkte Austausch zwischen LeserInnen und AutorInnen?

  • Wie lässt sich der Kontakt trotz fehlender öffentlicher Veranstaltungen aufrechterhalten?

  • Können ins Internet verlegte Veranstaltungen ein adäquater Ersatz sein?

Alle derzeitigen digitalen Ersatzprogramme, so der Tenor,  werden vom Publikum wahrgenommen und genutzt. Sie können die regulären Lesungen jedoch nicht ersetzen. Was fehlt ist die Begegnung: Die Begegnung mit der Literatur, den Autorinnen und Autoren, dem Publikum – vor Ort.

Henrike Blum